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Tipps von Prof. Dr. Dr. Banzer

Starten Sie Ihr Training mit einem gründlichen Gesundheitscheck

Gesundheitstipps von Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Gesundheitsbeauftragter des Deutschen Sportbundes

Nordic Walking und Laufen sind gesund. Dennoch gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die einen Sportcheck am Anfang Ihrer Karriere notwendig machen. Einmal im Jahr zum TÜV für den Körper – das gilt sowohl für sportliche Neueinsteiger als auch für Menschen die sich regelmäßig bewegen. Mit einer gründlichen sportmedizinischen Untersuchung können Sie Gesundheitsrisiken ausschließen und erfahren, welche sportliche Aktivität für Sie die richtige ist.

Immer wieder sterben auch Sportler an plötzlichem Herzversagen. Viele dieser Menschen müssten nicht sterben, wenn bei Ihnen ein angeborener Herzfehler, eine Herzmuskelschwäche oder ein verschleppter Virus frühzeitig erkannt werden würde. Aus diesem Grund sollte zu einem Gesundheitscheck in jedem Fall ein Belastungs-EKG gehören. Ein Ruhe-EKG ist nicht ausreichend, da hier noch nicht alle Probleme sichtbar werden. Ich empfehle den Hobbysportlern auch, sich bei der Untersuchung tatsächlich auszubelasten. Oftmals wird bei Erreichen der mittels Faustformel errechneten Ziel-Herzfrequenz abgebrochen, auch wenn die Untersuchten sich noch länger belasten könnten. Dadurch können ungenaue Befunde entstehen.

Sollten bei den kardiologischen Untersuchungen Risiken sichtbar werden, muss dies noch lange kein Ende der Sportkarriere heißen. Im Gegenteil: Viele Herz-Kreislauf-Befunde machen sportliche Betätigung dringend erforderlich. Es kommt nun jedoch umso mehr darauf an, die Belastung richtig zu steuern und sich von einem erfahrenen Sportmediziner betreuen zu lassen.

Zusätzlich zur Ergometrie gibt die Laktatdiagnostik wichtige Aufschlüsse für die Intensität des Trainings. Ein regelmäßig Sporttreibender weiß nach den Ergebnissen der Untersuchung, ob das bisherige Training optimal war oder nicht. Ein Ungeübter kann viele typische Fehler vermeiden und bessere Trainingseffekte erzielen.

Neben der kardiologischen Untersuchung gehört auch die Kontrolle des Blutes sowie eine orthopädische Untersuchung zu einem sportmedizinischen Gesundheitscheck. Besteht beispielsweise starkes Übergewicht, sind der Knochen- und Gelenkapparat hohen Belastungen ausgesetzt. Sportliche Bewegung in Verbindung mit einer reduzierten Energieaufnahme ist dringend erforderlich. Umfang und Intensität sollten mit einem erfahrenen Sportarzt abgestimmt werden. Übergewichtige Sportler sollten es einmal mit Nordic Walking versuchen. Dieser sanfte Ausdauersportart bietet beste Voraussetzungen, um die Fettverbrennung anzukurbeln.

Gehen Sie also regelmäßig zum Check – dann steht Ihrem sportlichen Vergnügen nichts im Wege.

Nordic Walking – ideal auch bei Übergewicht

Ob jung oder alt, schlank oder übergewichtig – Nordic Walking ist nahezu für Jedermann und -frau geeignet. Und gerade bei Übergewicht kann die Ganzjahressportart Nordic Walking, ganz im Gegensatz zum Jogging, in der Regel problemlos durchgeführt werden.

Beim Nordic Walking bleibt immer ein Fuß mit der Erde in Kontakt, ganz im Gegensatz zum Laufen. Die für das Jogging typischen Absprung- , Flug- und Aufprallphasen gibt es nicht. Stattdessen kann die Bewegung durch den ständigen Bodenkontakt gut kontrolliert werden, harte Stöße auf den Gelenk- und Knochenapparat entfallen. So kommen Verletzungen der Muskeln, Bänder und Gelenke kaum vor.

Zusätzliche Entlastung für Knochen und Gelenke bieten die Stöcke. Diese entlasten den Bewegungsapparat um bis zu 30 Prozent. Dadurch eignet sich Nordic Walking auch für Menschen mit Rücken- oder Knieproblemen.

Nordic Walking ist aber nicht nur aufgrund seiner Gelenk schonenden Voraussetzungen bei Übergewicht gut geeignet. Es begünstigt auch eine Gewichtsreduktion. Diese erfolgt durch das extensive Training, bei dem der Körper vor allem den Energieträger Fett zur Energiebereitstellung nutzt. Gerade bei Joggern lässt sich immer wieder beobachten, dass sie oft zu intensiv trainieren und dadurch kaum Fortschritte machen. Für die Praxis des Nordic Walking gilt also: Trainieren Sie ruhig mit Gleichgesinnten und wählen Sie ein Tempo, bei dem Sie sich noch unterhalten können. Dann wird Ihre Fettverbrennung effektiv angekurbelt.

Zugleich wird bei korrekter Technik der Griff der Stöcke im Rhythmus fest gefasst und wieder locker gelassen. Dieses Spannen und Entspannen der Schultermuskulatur führt zu einer so genannten Muskelpumpwirkung im gesamten Oberkörper, welche die Durchblutung verbessert. Durch die Pumpwirkung wird Sauerstoff angeliefert und Stoffwechselendprodukte werden abtransportiert. Auf diese Weise können Verspannungen im Nacken- Schulter- und Rückenbereich gemildert bzw. gelöst werden.

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