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// Magazin / Tipp des Monats / Oktober 2009

Gesund und Fit mit DOSB und SportPraxis - Moderne Schatzsuche Geocaching

Wandern gilt besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Leuten oft als langweilig. Dieses Voruteil ist, spätestens seit Geocaching auch in Deutschland auf den Vormarsch ist, völlig überholt.
Hinter diesem abenteuerlichen Wort steckt auch eine abenteuerliche Angelegenheit - nämlich eine moderne Form der Schnitzeljagd mithilfe eines GPS-Geräts (Global Positioning System)!

Die Grundidee ist denkbar einfach: Menschen verstecken irgendwo Dosen, in denen kleine Geschenke sowie ein Notizbuch, das Logbuch, liegen und veröffentlichen die Koordinaten des Verstecks im Internet. Wer Lust auf die Schatzsuche hat, kann sich diese Daten im Internet ansehen, diese in ein GPS-Gerät eingeben und sich auf die Suche nach den versteckten Schätzen machen. Hat man es geschafft, den Schatz zu heben, nimmt man sich eine Kleinigkeit aus der Dose heraus, legt eine Gleichwertige hinein, trägt sich in das Logbuch ein und versteckt den Schatz an derselben Stelle für den nächsten Schatzsucher.
Geocaching ist deshalb außerordentlich vielseitig, weil es die unterschiedlichsten Formen von Caches, also von Verstecken, gibt: einfach zu findende in leicht zu erwanderndem Gelände, aber auch Schätze, die eine lange Wanderung voraussetzen oder gar nur von Bergsteigern oder mit Tauchausrüstung zu erreichen sind. Und Geocaching gibt es auf der ganzen Welt, d.h. in unterschiedlichsten Landschaften und Umgebungen.

Wo kommt Geocaching her?
Geocaching ist eine sehr junge, vollkommen friedliche Idee, wenngleich sie auf einer zunächst für die Militär entwickelten Technik basiert: Das GPS wurde vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt. Ziel dieses Systems zur Positionsbestimmung via Satelit war die militärische Nutzung. Für die zivile Nutzung wurden deshalb die Satellitensignale durch Hinzufügen künstlicher Fehler so verändert, dass die Genauigkeit auf ca. 100 m begrenzt war - zu viel also, um ein Versteck leicht finden zu können. Im Jahr 2000 wurde dann diese künstliche Verzerrung abgeschaltet, sodass seitdem auch Zivilisten in der Lage sind, Ziele mit einer Genauigkeit von ca. 10 m zu orten. Daraufhin hatte Dave Ulmer aus den USA eine Idee: Er versteckte ein Gefäß mit einigen Dingen darin in einem Wald und veröffentlichte die Position des Versteckes im Posting in einer Newsgroup und forderte die Leser heraus, den Schatz zu suchen, etwas von den versteckten Sachen zu nehmen, etwas Neues hineinzulegen und sich in einer Art Logbuch einzutragen. Damit war das Geocaching erfunden.

Was braucht man zum Geocaching?
Die moderne Schatzsuche bedient sich moderner Hilfsmittel: Da Geocaching auf Satellitennavigation beruht, benötigt man ein GPS-Gerät (keine Angst: Notfalls tun es auch eine genaue Karte mit Längen- und Breitengerade und ein Kompass!).
Die Koordinaten der verborgenen Schätze erhält man auf Seiten im Internet (z.B. www.geocaching.de). Ansonsten braucht man, je nach Gebiet, für die Schnitzeljagd die geeignete Wanderausrüstung (sofern der Schatz nicht auch mal im Wasser versteckt ist), vor allem natürlich gute Wanderschuhe.

Wichtig!
Allein in Deutschland sind mittlerweile rund 70.000 Verstecke registriert, weltweit sind es über 800.000. Die meisten von ihnen befinden sich in freier Natur. Einerseits bietet Geocaching die Chance, Natur zu entdecken und zu genießen, andererseits stellen die Schatzsucher auch eine Gefahr für Flora und Fauna dar - insbesondere dann, wenn die Schätze in besonders geschützten Gebieten versteckt sind.
Auf www.geocaching.de finden sich Hinweise, wie man sich in der Natur beim Schatzverstecken und -suchen verhalten sollte. Außerdem sind auf den dort hinterlegten Schatzkarten alle Naturschutzgebiete als rot schraffierte Flächen sichtbar gemacht.

Für wen ist Geocaching geeignet?
Geocaching ist für die unterschiedlichsten Zielgruppen geeignet: Jeder Einzelne kann sich auf die Jagd machen, die Schatzsuche ist aber auch ein Highlight für jeden Familienausflug oder spannendes Event für Jugendgruppen oder auf Klassenfahrten und natürlich auch eine tolle Art und Weise, sein Urlaubsland oder seinen Urlaubsort zu entdecken.
Gerade die eigene Sprache der Geocacher und die "Gepflogenheiten" der Schatzsucher machen die Schnitzeljagd für jüngere so anregend. Der "Owner" beispielsweise ist derjenige, der den Schatz versteckt hat. Er ist für die Wartung und Pflege des Schatzes zuständig, damit dieser auch immer wieder gut gefunden wird. Fast in die Harry-Potter-Welt fühlt man sich versetzt, wenn man sich beim Schatzsuchen gegen die "Muggles" verteidigen muss: Dies sind Menschen, die keine Ahnung vom Geocachen oder von der Existenz eines Schatzes in ihrer Nähe haben. Sie gilt es abzuschütteln, damit sie den Schatz nicht finden. Man muss ihnen z.B. aus dem Weg gehen, sein GPS-Gerät vor ihnen verstecken, unauffällig sein, Ausreden parat haben und achtgeben, dass sie nicht hinter das Geheimnis kommen. Dies ist gerade bei Schätzen, die an sehr öffentlichen Orten versteckt sind, eine große Kunst und macht oft den wesentlichen Spaß aus.
Dann gibt es zum Beispiel Travel Bugs, eine Art "Schatz auf Reise", also ein Gegenstand der vom jeweiligen Finder von Versteck zu Versteck transportiert wird und dessen Reise man im Internet auf www.geocaching.com verfolgen kann.
Besonders schön ist auch, dass viele Caches mit landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten oder Themen verbunden sind und die Schatzsuche so die Möglichkeit bietet, etwas über die Sehenswürdigkeiten in Kultur oder Natur zu erleben.
Und wer es besonders verzwickt mag, kann sich mit Rätselcaches herumschlagen, zu deren Auffinden man zunächst Rätsel lösen muss, die einen manchmal über verschiedene Zwischenstationen zum Ziel führen.
Ceocaching kann aber - körperlich gesehen - weit mehr sein, als ein anregender Spaziergang: Je nach Dauer der Wanderung und Terrain kann Geocaching sehr anspruchvoll sein und eine sportliche Herausforderung für Kraft- und Ausdauerleistung darstellen. Gerade da die Möglichkeiten des Geocachens nahezu unbegrenzt sind, ist es wichtig, sich im Internet für das eigene Vorhaben einen passenden Schatz zu suchen. Schatzkarten und genaue Beschreibung nicht nur der Koordinaten, sondern auch der zu erwartenden Wege, Besonderheiten beim Heben des Schatzes, aber auch Infos zur Zeit, die man für die Suche einkalkulieren muss, Parkmöglichkeiten, Wissenswertes zur Umgebung etc. findet man im Internet. Wer sich die Schatzkarten anschaut, wird verwundert sein, wie viele registrierte Caches es gibt. Wir Muggles wussten bislang einfach noch nicht, dass wir inmitten von Schätzen leben, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Viel Spaß bei der Schatzsuche!

Die Infos zu diesem Beitrag stammen weitestgehend von den deutschen Geocaching-Seiten: www.geocaching.de. Hier findet man alle Informationen rund um das Thema sowie unzählige Koordinaten von Schatzverstecken. Auf einer Weltkarte kann man sich alle registrierten Verstecke anschauen und über eine Ortssuche auch nach Caches in der eigenen Nähe, am Urlaubsort etc. suchen.

Weitere Informationen:

Deutsche Wanderjugend
Wilhelmshöher Allee 157
34121 Kassel
Tel.: 0561 / 400 49 8-0
Fax: 0561 / 400 49 8-7
E-Mail: info(at)wanderjugend.de

Dieser Artikel erscheint auch in der Zeitschrift SportPraxis 10/2009
www.sportpraxis.com

Copyright: picture-alliance/dpa

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